Faulenfürst und Seebrugg

Das Haus des Gastes in Faulenfürst Das Haus des Gastes in Faulenfürst

Östlich des Schluchsee auf über 1030 Metern liegt der Ortsteil Faulenfürst, welcher zusammen mit dem Ortsteil Seebrugg eine Fläche von 599 ha hat und ca. 170 Einwohner zählt. Faulenfürst ist auch heute noch landwirtschaftlich geprägt und bietet eine wunderschöne Landschaft mit blühenden Wiesen und ruhigen Wäldern. Nicht umsonst erhielt der Ortsteil im Jahr 1991 die Silbermedallie im Landeswettberwerb "Unser Dorf soll schöner werden". Im Mai 2008 richtete Faulenfürst das 4. Hochschwarzwälder Milchfest aus, zu dem rund 7000 Besucher kamen. Über die Kreisgrenzen hinweg pflegt man mit dem Nachbarorten Balzhausen und Dürrenbühl eine traditonelle Verbindung, welche u.a. zur Gründung der Landfrauen Faulenfürst-Balzhausen oder dem Schnupfverein führte. Auch die Narrenzunft Fulefürster Bollimänkl zählt viele Mitglieder des Nachbarortes und einzig die Freiwilige Feuerwehr besteht nur aus Faulenfürster Einwohnern.

Direkt am östlichen Ufer des Schluchsees liegt das kleine Seebrugg. Obwohl es nicht viele Einwohner hat, herscht hier reges Treiben. Der Bahnhof Seebrugg ist die letzte Station der Dreiseenbahn und viele Pendler des Nachbarkreises Waldshut-Tiengen steigen in Seebrugg zu. Die B500 verläuft hier in einem großen Bogen direkt am See entlang. Ebenso der Seerundweg, welcher auf diesem Abschnitt wegen seiner Beschaffenheit besonders gerne von Inline-Fahrern genutzt wird. Weiter finden Sie in Seebrugg eine Jugendherberge, ein Strandbad und eine Tauchschule.

Die Geschichte von Faulenfürst und Seebrugg

Der Name Faulenfürst setzt sich wohl aus den beiden altdeutschen Wörtern "ful" (faul, unfruchtbar, zerbröcket) und "First" (Höhe, Gipfel) zusammen, bedeutet also "fauler Gipfel", unfruchtbare Böden.

Erstmals erwähnt wird das Gebiet (Grenzangaben) im Jahr 1076 in einer Schenkung an das Kloster St. Blasien. Eine zweite Nennung; auch hier werden lediglich Grenzangaben genannt, erfolgt im Jahr 1083. Die erste namentliche Nennung ist in einer Urkunde aus dem Jahr 1285 zu entdecken, in welcher über das Gut zu "Fulenvirst" geschrieben wird. Das Vogtsrecht gehörte damals einem Ritter Roth von Grafenhausen. Im Jahr 1373 verkauften dann seine Erben die Rechte über Faulenfürst an das Kloster St. Blasien. Das Kloster war seit dem Jahr 1076 Grundherr von Faulenfürst und hatte somit seit 1373 auch die Vogtsrechte über die einzelnen Hofgüter dort. Erst im Jahr 1612 kaufte das Kloster St. Blasien zudem die Hochobrigkeit (hohe Gerichtsbarkeit) vom Grafen Maximilian von Pappenheim, dem Inhaber der Landgrafschaft Stühlingen. Bis zum Jahre 1806 war Faulenfürst im Besitz des Klosters St. Blasien; dann kam auch Faulenfürst durch die Aufhebung des Klosters zum Großherzogtum Baden und unterstand 1807 bis 1812 dem Amt Bettmaringen. Nach dessen Auflösung 1812 wurde Faulenfürst dem Amtsbezirk Bonndorf zugeteilt. Der Ort zählte zu dieser Zeit 132 Einwohner. 1816 begannen 14 Hofbesitzer eine Prozeß gegen die badische Forstverwaltung, welcher dreißig Jahre dauerte und erst 1850 zur Waldteilung führte. Die Faulenfürster Hofbesitzer erhielten den Wald nördlich der Straße Rothaus-Seebrugg zur alleinigen Nutzung zugewiesen.

Im Jahr 1912 trat die Gemeinde dem Strombezugsverband Waldshut-Bonndorf-St. Blasien bei, so dass Ende des Jahres 1921 im Ort die elektrischen Lichter erstmals brannten. Es folgte der Bau der Dreiseenbahn, welcher von Faulenfürst mit insgsamt 5000 Mark mitfinanziert wurde. Die Gemeinde erhielt auf ihrer Gemarkung die Endstation der Bahn, den Bahnhof Seebrugg. Der Name Seebrugg stammt von "See-Brücke", der Brücke über die Schwarza an deren Ausfluß aus dem See. Aus dem Jahre 1795 ist bekannt, dass Seebrugg neun katholische Einwohner hatte und in diesem Jahr an das Kloster St. Blasien verkauft wurde. Im Jahr 1780 wurde ein neues Wirtsgebäude errichtet sowie eine große Zehntscheuer erbaut, in welche die "Zehnten" der ganzen Umgebung abgeliefert wurden, soweit sie aus Naturalien bestanden. Beide Gebäude wurden Opfer der Seeaufstauung.

Im Jahre 1924 ergab sich auch in Faulenfürst eine wesentliche politische Veränderung. Der Amtsbezirk Bonndorf, zu dem Faulenfürst seit 1812 gehört hatte, wurde zum 01. April 1924 aufgelöst. Die Gemeinde kam zum Landkreis Neustadt, dem späteren Landkreis Hochschwarzwald.

Der Zweite Weltkrieg forderte das Leben von sieben Männern aus Faulenfürst. Die Aufnahme von Heimatvertriebenen aber auch der Bau der Dreiseenbahn sowie des Staudammes führte zu einer Steigerung der Einwohnerzahl auf 174 Personen im Jahr 1953. Der Fremdenverkehr rückte auch für Faulenfürst in den Vordergrund. 1957 eröffnete das Strandbad mit Ruder- und Tretbooten, Kiosk und  Bademeister. In den Jahren nach 1960 wurde die Ortsentwässerung sowie der Schlacht- und Kühlraum gebaut. Am 01. Juli 1971 schloß sich Faulenfürst der Gemeinde Schluchsee an.